land art

Di. 7. November 2000

Gespenstische Szenerie. Zwei Jahre nachdem ich das Denkmalamt in Demmin auf das Objekt in Nossendorf von Gutshaus und Ensemblerest der Ställe plus Waschhaus/ Taubenschlag aufmerksam gemacht und sie befanden: nein, treffen sich dieselben Leute von damals nun wieder zu einem Ja, das von der Landesdenkmalbehörde in Schwerin begründet wurde. Inzwischen ist auch das abgerissen, was als Rest-Ensemble galt, die Ställe und Dependenzen (Tauben, Waschhaus etc). Abgerissen mit öffentlichen Mitteln, obwohl ein "Investor" und ein "Nutzungsplan" vorlag. Welch ein Eldorado für den Staatsanwalt. denn Anträge auf Beseitigung von abrissfälligen Objekten bei gleichzeitigem Nutzungsangebot mit öffentlichen Geldern ?
Wer hat was verschwiegen, gewusst, gedeckt, genommen. Die Summen sind ortsbekannt erheblich. Der Verlust ist offenkundig. Nicht denen. Der damals federführende Landrat ist schon weg. Mit ziemlichem Eklat. Wer da nun zusammenkommt, wie damals: die Vertreterin der unteren Denkmalsbehörde vor Ort (ohne Besichtigung), die augenblicklichen Besitzer (ohne Interesse am Objekt), der Kulturbeauftragte des Kreises (auch für die Schulen), die Bürgermeisterin (Mutter des einen Besitzers ohne Interessen), die Amtsperson, in deren Büro das nun stattfindet (und die schon nach dem Abriss des Ensembles mit öffentlichen Mitteln sich lieber nicht sprechen ließ). Provinz-Theater. Wie im Großen. Was will denn der hier. Aber wenn er nichts wollte, wo, wer wären wir dann, was allen sonst. Auch für die. Letztlich. Immer das Selbe.

Wotenik / Pfarrhof . Auch das wird man wohl nicht halten können.

Aber in N. war einer da ...

Wer versteht das. In Amerika, das sonst sich andienend gepriesene, nennt man das Land-Art. In ferner Gegend, schwer zu erreichen, mühsam zu verwalten. Nach Flugzeug und Bus oder Taxi oder Autostop, ein Auto am Tag überland. In den Bergen, hinter. Aufzumachen sich. Von mal zu mal. Einzelne. Und dann nichts. Nichts spektakuläres. In die Erde versenkt. Als Objekt. Dokumente, die davon künden. Nach denen man suchen kam. Obdach in einer Hütte, Eisenbett, wer bleiben will. Heiß am Tag, kalt nachts. - In die Erde das Archiv, Keller, Boden. Wurzeln, aus denen es wächst, Ernte, den Lebenden. Nicht museal. Aber aus altem Gehäuse. Ins neue Feld. Aus der Luft. In die Luft. Dass wir sind, waren, sein werden. Im Nachdenklichen verstehen. Wollen. Sich. Mit solchen Mitteln. Augen. Ohren, Händen. Den Geruch nicht zu vergessen und Geschmack. Vielleicht auch wieder Tiere, Bäume, Rosen, Umfriedungen, nach allen Seiten offen, wenn es einen Kern hat, und zusammenhaltend, fassend, wenn es Gefahr läuft, wegzufließen. Wie hieß das im Brief vom Landrat vor zwei Jahren Denkmalschutz ja, wenn das Ensemble wieder ergänzt würde, worauf sie den noch stehenden Rest abrissen, mit Unterstützung (Geldern) des Kreises. Und als der Landrat sürtzte, wurde der Geldfluss gestoppt... Das heute noch die nicht entsorgten Reste des Abrisses als Kinderfallen herumliegen.